Mit einem Doppelsieg beim GT4 Central European Cup Finale in Zandvoort erlangte Allied Racing zusammen mit dem niederländischen Fahrer Rob Severs den Meisterschaftstitel der Saison 2018.  

Der niederländische Circuit Park Zandvoort hatte es vergangenes Wochenende in sich. Auf der 4,320 Kilometer langen Strecke waren die Überholmöglichkeiten aufgrund der engen Schikanen stark begrenzt, weshalb das Qualifying diesmal zum Rennausgang beigetragen hat. Allied Racing’s Junior Nic Schöll erzielte am Wochenende eine weitere Pole Position. Zusammen mit Rob Severs setzte er diese in einen Start-Ziel-Sieg am Samstag gekonnt um. Und auch am Sonntag reichte es für einen weiteren Sieg. Unglücklich verliefen die beiden Rennen für das Schwester-Duo Kasperlik / Viebahn, die sich der Konkurrenz geschlagen geben mussten.

Start-Ziel-Sieg am Samstag

Der „kleine“ Nic überzeugte in vollster Linie am Samstagvormittag, als er nach nur zwei Runden die schnellste Zeit in den niederländischen Asphalt brannte. In den nachfolgenden zehn Minuten Qualifying schaffte es keiner der anderen Piloten, den schnellen Junioren zu übertrumpfen. Die Pole-Position war dem jungen Spross sicher.
Jan Kasperlik, der an diesem Wochenende mit Jörg Viebahn an den Start ging, erlangte die sechstschnellste Rundenzeit und durfte aus dritter Startreihe ins Rennen gehen.

Als die Startampel Samstagmittag auf Grün schaltete, setzte sich Nic Schöll bereits nach nur wenigen Kurven an der Spitze ab und verschaffte sich einen respektablen Vorsprung. Jan Kasperlik, der für seine schnellen Starts bekannt ist, vollzog auch diesmal eine von den Zuschauern umjubelte Aktion: Bereits in der dritten Kurve lag er auf Rang drei, ehe er auch noch am Zweitplatzierten vorbeiging. „Ein super Start! Auf Rang zwei dachte ich natürlich, dass uns der Doppelsieg sicher wäre“, beschrieb er die Situation im Nachgang. „Beim Überholen des Zweiten gerieten wir allerdings leicht aneinander, weshalb der Porsche in Mitleidenschaft gezogen wurde und fortan schwer auf der Strecke zu halten war.“ Mit Mühe schaffte er es trotzdem, seine Gegner in Schacht zu halten. Auf Rang zwei übergab er an Teamkollege Viebahn, der später zweifach von der Konkurrenz getroffen wurde und später eine Durchfahrtsstrafe kassierte. Als gesamt Elfter sah er die Ziellinie.
Rob Severs hingegen, der das Lenkrad von Nic Schöll übernahm, machte den Start-Ziel-Sieg perfekt, als er nach einer Stunde Renndistanz als Erster die Zielflagge sah. Freudestrahlend nahmen er und Schöll den Pokal vor einem jubelnden Team entgegen. In der Meisterschaft katapultierte das Severs auf Rang zwei mit nur fünf Punkten Rücktand auf die Führende. 

Allied Racing Fahrer Rob Severs ist Champion 2018!

Am Sonntag starteten Severs / Schöll von Platz sechs mit nur einem Ziel: Der zweite Sieg musste her, denn jede andere Position hätte lediglich den Vizetitel bedeutet. Schneller Start von Rob, aber recht weit nach vorne ging es nicht. Der niederländische Parcours lässt in seinen engen Schikanen nur schwer Überholmanöver zu. Viebahn hingegen legte einen Raketenstart an den Tag und konnte sich noch vor der ersten Kurve auf Platz drei setzen. Beim Angriff auf den zweitplatzierten KTM unterlief ihm leider ein Fehler, als er den KTM berührte und aufgrund dessen zur Durchfahrtsstrafe antreten musste.
Zur Rennmitte hin wurde es unübersichtlich. Das Safety Car musste noch während den Fahrerwechseln anrücken, als ein Fahrer ungesichert im Kiesbett stand. Dramatik pur: #43 mit Severs an Bord kam unglücklicherweise vor dem Safety Car rein – #41 in der Safety Car Phase. #41 kam dann als gesamt Vierter wieder raus. #43 stand ganz vorne, aber leider eine Runde weniger auf dem Tacho, aber die Rennleitung hat das erkannt, sodass #43 mit Schöll am Steuer am Safety Car vorbeifahren durfte und sich hinten, an letzter Stelle einreihen durfte – dann kamen Nics 15 Minuten: Von P13 auf P1 durchmarschiert – der Meistertitel war uns nun sicher. Auch Kasperlik fuhr noch weit vor: Er übernahm das schwerlich Erbe mit lockeren Frontstoßfänger, lockerem Kotflügel und einer verstellten Spur. Die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten gelang ihm nur bei bedeutendem Geschwindigkeitsverlust. Am Ende reichte es für ihn und Teamkollege Viebahn für Position fünf. Im AM-Klassement sogar für den dritten Platz und einen Pokal für die beiden.
Nic überquerte die Ziellinie als Erster und machte am Wochenende nicht nur den Doppelsieg perfekt, sondern verhalf seinem Teamkollegen Rob Severs auch zum Meisterschaftstitel.

Rob Severs kürte sich Sonntagmittag auf dem Podium als GT4 Central European Cup Champion 2018. Freudestrahlend ließ er sich vom Team in Empfang nehmen.

„Eine schwierige Saison mit einem versöhnlichen Abschluss“

Für das Team Allied Racing ist es der erste Meisterschaftstitel in einer der GT4 Serien. Nach einer langen Saison der Beweis dafür, dass das bayerische Team aus Huglfing mit den Großen mitspielen kann. Der Titel damit eine Belohnung für Fahrer und Crew, die während der gesamten Saison stets ihr Bestes gegeben haben.

Teamchef Jan Kasperlik: „Herzlichen Glückwunsch an unseren Rob. Der Kerl hat sich über die gesamte Saison stetig gesteigert und am Ende der Saison eine Top-Performance hingelegt. Mit Nic an seiner Seite hat er es heute wahrlich verdient, sich Champion nennen zu dürfen. Danke an die gesamte Mannschaft, die die ganze Saison ebenso Vollgas gegeben hat wie wir alle im Rennauto – Motorsport ist Teamsport. Eine super Leistung von unserem ganzen Team. Richtig und ausgiebig gefeiert wird allerdings erst am 24.11.2018 in London bei der SRO Night of the champions, da ja jetzt noch das DTM Finale auf dem Programm steht. “

Mit Vollgas dem Saisonende entgegen

Mit dem Abschluss der GT4 Central European Cup Saison 2018 ist für Allied Racing noch lange nicht Schluss: Kommendes Wochenende geht das Team beim einmaligen GT4 Sprint Cup im Rahmen der DTM am Hockenheim an den Start.