Mit Passion zum Erfolg im Motorsport – sportlich und geschäftlich

„Eigentlich unfassbar, was sich in dem kleinen oberbayrischen Ort Huglfing im schönen Voralpenland in den letzten paar Jahren entwickelte – ein reines Hobby wird zum erfolgreichen Geschäftsmodell“, so erfuhr es der Präsident des AvD Club Suisse, Detlef Schmidt.

2012 stieg der heute 38-jährige Jan Kasperlik mit einem selbst aufgebauten BMW-E30-325i-Rennwagen in die BMW 325i Challenge im Rahmen des Histo-Cups (ähnlich den Oldtimer-Rennen des AvD) ein – eigentlich nur mit dem Ziel, selbst im Motorsport aktiv zu sein und fernab von jedem sonstigen Gedankenspiel. Im Umfeld der Rennen in dem Markenpokal der Jahre 2012–2014 beginnt die Erfolgsgeschichte von Jan Kasperlik und seinem heutigen Rennstall: Allied-Racing!

Kasperlik machte in den ersten Jahren alles am Rennfahrzeug selbst: Fahrwerk, Karosserie, Achsen, Elektronik– lediglich die Motoren wurden von einem guten Freund betreut, der Firma Bernd Kreutzmüller Motorenbau aus Bad Oeynhausen (siehe Kasten).

„Next step“ im Motorsport

Der enge Kontakt zu Bernd Kreutzmüller und der Umstand, dass Bonk Motorsport einen beim 24-h-Rennen am Nürburgring verunfallten BMW M3 GT4 verkaufte, brachte das Thema GT4-Rennsport und damit den „next step im Motorsport“ am Standort Huglfing ins Rollen.

Nach Reparatur und ersten Tests des M3 GT4 im August/September 2014 ging es im Oktober 2014 zum Saisonfinale der GT4 EuroSerie nach Monza – ein erstes „Probieren“ stand auf dem Programm. Ergebnis des Probeeinsatzes: „Kasperlik/Lackinger konnten gleich mal aufs Podium hüpfen.“

Das machte Mut, und so stieg man 2015 voll in die gesamte Rennsaison ein. Euphorie und Ergebnis für 2015 passten aber gar nicht zusammen, das Jahr war zum Abschreiben. Dennoch, der Lerneffekt daraus und die intensiven Vorbereitungen für die neue Saison haben die Allied-Racing-Mannschaft auf einen guten Start in 2016 hoffen lassen – noch auf BMW M3 GT4. Die Saison entwickelte sich endlich prächtig – kontinuierlich Top-Ten-Plätze, Siege im Stadtkurs Pau (F) – die Mannschaft Allied-Racing funktioniert. Und: Der geschäftliche Teil des Motorsports begann sich ebenfalls positiv zu entwickeln.

Porsche? Ja, Porsche!

Der BMW M3 GT4 war 2016 bereits in die Jahre gekommen und verlangte der Mannschaft alles ab, um das Level hochhalten zu können – hohe Servicekosten waren die Folge. Bereits Mitte 2016 ging es auf die Suche nach einem Ersatz für 2017. Man war für alles offen. Dann passierte das Unglaubliche: Porsche Motorsport kam auf Kasperlik zu und gab ihm die Möglichkeit, einen neuen Porsche GT4 im Juli 2016 am Salzburgring zu testen. Gesagt getan, probiert, analysiert und für gut befunden. Ein Wahnsinn: die Marke Porsche – jeder träumt davon. Allied-Racing setzte als erste Mannschaft den GT4 Porsche in der gültigen Konfiguration in der GT4 EuroSerie ein – ein Markenwechsel inmitten der Saison. Die letzten beiden Rennen … man war meisterschaftsführend bei den Amateuren und ging dennoch das Risiko ein. Fazit: Allied verfehlte knapp den möglichen Amateurmeistertitel und wurde „nur“ Zweiter, gewann aber die Marke Porsche für Allied Racing – ein unglaublicher Mehrwert in Sachen Infrastruktur und Marketing. Zum Jahreswechsel wurde die Saison 2017 neu auf Porsche ausgerichtet.

Ein Anruf mit Folgen

… der Partner Bernd Kreutzmüller

Es brauchte viele starke Partner und Helfer, um die Allied-Racing-Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Motorentechnisch gibt es für die alten BMW-M20B25-Motoren nicht viele Adressen. Kasperlik rief Engstler Motorsport an – dort die klare Ansage: „Junge, ruf Bernd Kreutzmüller an und sag einen schönen Gruß von uns. Wenn, dann er.“ Somit gab es nur eine Adresse: Kreutzmüller Motoren. Erste Frage von Bernd Kreutzmüller bei der telefonischen Kontaktaufnahme „Halten wir uns ans Reglement?“ Antwort Kasperlik: „Selbstverständlich – unehrlich verdiente Pokale sind nichts wert!“ – Kreutzmüller entgegnete: „Gut – jetzt können wir mit dem Projekt beginnen – ansonsten wäre die Zusammenarbeit beendet gewesen, bevor sie begonnen hätte!“ Die Fahrzeugtechnik wie Fahrwerk, Karosserie, Achsen, Auspuff, Elektronik hatte Kasperlik selbst im Griff. Das war der Beginn …

Ein zweiter Renner wurde angeschafft, die Mannschaft verstärkt, die Fahrerplätze anfangs gut besetzt, die ersten Tests stimmten die Mannschaft zuversichtlich: Top Ten erreichbar auf Porsche. Konsequenterweise erfolgte dann der weitere „next step im Motorsport“: Im Winter 2016/2017 wurde eine eigene Motorsport-Werkstatt aufgebaut und Kasperlik akquirierte eine erfahrene Motorsport-Mechaniker-Mannschaft.

Doppelter Aufwärtstrend

Die Saison 2017 entwickelte sich in der GT4 EuroSerie erfreulich – in der Profiwertung Pro/Am liegt man am Ende der Saison auf Platz 3 in der Gesamtwertung Fahrer und Team, wobei man in diesem Jahr durchaus Meister hätte werden können.

Nicht nur der sportliche Aufwärtstrend nahm seinen Lauf. Speziell geschäftlich betrachtet, ging es immer weiter nach vorne. So nahm man heuer erstmals am Porsche Sports Cup teil und konnte mit Joachim Bölting am Steuer den zweiten Gesamtplatz einfahren. Weitere Kunden starteten auf Allied-Racing-Fahrzeugen in der GT4 EuroSerie. Beim Saisonfinale im September 2017 am Nürburgring war das Team gleich mit drei Autos am Start und fuhr Podiumsplätze ein.

Vom Hobby-Rennsport ins Profilager? Ja, es ist gelungen!

Die Motorsport- und Kfz-Werkstätten sind terminlich ausgelastet, der geschäftliche Erfolg und die weiteren Perspektiven stimmen die Mannschaft um Jan Kasperlik positiv – der Standort Huglfing entwickelt sich weiter zur bayerischen Motorsport-Hochburg.

Die Dienstleistungspalette wird stetig den Markt- und Kundenwünschen entsprechend optimiert. So werden zum Beispiel umfassende Fahrzeugrestaurationen für Young- und Oldtimer, Fahrzeugservice für Young- und Oldtimer und Porsche-Services an aktuellen Fahrzeugen angeboten. Karosserieinstandsetzung ist mittlerweile ein Standard-Geschäftsfeld geworden, Fahrzeugumbauten für Sportwagen ebenso. Die Beratung bei exponierten Fahrzeugkäufen im Straßen- und Rennsportbereich wird gerne angenommen, ebenso der anschließende geschlossene Transport zum Kunden oder in die Werkstatt, wenn was zu tun ist. Das Portfolio und die Mannschaft wachsen …

Nächster Schritt: elektrobetriebener Motorsport

Für die Motorsport-Saison 2018 stehen weitere Entwicklungen an. Allied-Racing startet mit zwei Porsche GT4 in der GT4 EuroSerie, mit drei Porsche im GT4Central Cup sowie dem schnellsten Markenpokal: Porsche Carrera Cup mit den Porsche-GT3-Cup-Modellen. 2019/2020 ist ebenfalls bereits fest im Blick, um den nächsten Schritt zu gehen: zusätzlich zum Aufstieg in den GT3-Sport werden die Bayern sich des Themas „elektrobetriebener Motorsport“ aktiv annehmen.

Allied Racing – Mit Passion zum Erfolg!