Huglfing, 24.07.2018

Vergangenes Rennwochenende konnte Allied Racing seine eigentliche Leistung nicht unter Beweis stellen. Trotz schnellen Rundenzeiten blieb dem bayerischen Team ein gewünschtes Pokal-Resultat verwehrt. 

Beim SRO Speedweek in Belgien zeigte sich das Wetter ungewohnt von seiner besten Seite. Bei rund 25 Grad Außentemperatur startete das GT4 European Series Feld, das 48 Starter beinhaltete, in die vierte Runde.

Bereits im ersten Rennen bahnte sich das Unglück an mit zwei verhängten Durchfahrtsstrafen. Im zweiten Lauf lag das AM-Duo auf Siegeskurs – konnte das jedoch nicht umsetzen. Das Team musste sich am Ende geschlagen geben. 

Unglückliches Qualifying am Samstag

Die Freitagstrainings liefen solide. Die beiden Fahrerpaarungen Kasperlik / Still und Bölting / Schöll nutzen die Sessions, um sich an die Strecke zu gewöhnen und um eine Setupvorbereitung für das Qualifying zu erarbeiten. Sicher waren sich alle im Team, dass ein Top-10 Resultat in Zeittraining am Samstag möglich sei. Doch bekanntlich kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Im ersten Teil des Qualifyings wurden Kasperliks (Deutschland, 39) Rundenzeiten wegen Überschreiten der Tracklimits überschritten. Die Outlap Zeit war letztendlich die zu bewertende Runde, die einen Startplatz von Position 33 für das erste Rennen bedeutete. Teamkollege Hendrik Still (Deutschland, 30) sorgte mit dem 13. Startplatz für Rennen zwei lediglich für Schadenbegrenzung.

Im Schwester-Porsche mit der Startnummer 42 erreichte „Jo“ Bölting (Deutschland, 51) die 38. schnellste Rundenzeit. Eine sehr gute Performance legte hingegen der Jungspund Nicolas Schöll (Österreich) an den Tag. Der gerade mal 16-Jährige eroberte für das zweite Rennen die 11. Startposition und zeigte den „alten Hasen“, wo der Hammer hängt. 

Pech im ersten Rennen – Schadensbegrenzung nach Durchfahrtsstrafen

Das erste einstündige Rennen wurde Sonntagmorgen zum Start freigegeben. Teamchef Jan Kasperlik hinterm Steuer des Porsche Cayman GT4 CS MR überzeugte mit rasanter Geschwindigkeit und schnellen Überholmanövern. Bis zur Safety-Car Phase ab Runde drei hatte der 39-Jährige mehr als zehn Konkurrenten hinter sich gelassen. Noch während das Safety Car auf der Strecke war, wurde Kasperlik überholt und die Vorderachse des Rennboliden wurde beim Touchieren in Mitleidenschaft gezogen. Beim Fahrerwechsel übernahm Teamkollege Hendrik Still das 385-PS-Gefährt. Kurzerhand musste er jedoch zur Durchfahrtsstrafe antreten, nachdem zum wiederholten Male die Tracklimits überschritten wurden. Die bis dato gelungene Aufholjagd war damit mehr als beendet und Still steuerte frustriert den Cayman auf Rang 30 (P10 der PRO/AM) über die Ziellinie. „Sehr ärgerlich“, kommentierte er nach dem Rennen. „Wir waren auf P3 des PRO/AM Klassements. Die Durchfahrtsstrafe hat es kaputtgemacht.“

Im Schwester-Porsche mit der Startnummer 42 freute sich „Jo“ Bölting über einen gelungenen Start, bei dem er zwei, drei Gegner überholen konnte. Ein Missverständnis sorgte dann aber ebenfalls für eine gezwungene Fahrt durch die Boxengasse. „Während der Safety-Car Phase haben vor mir welche überholt“, beschreibt der 51-Jährige die Szene. Das ist eigentlich verboten. „Ich war dann irritiert und hab mich mitreißen lassen“. Ein gravierender Fehler, der sofort mit einer Durchfahrtsstrafe geahndet wurde. Nach der Hälfte der Renndistanz übernahm der Allied Racing Youngster Nicolas Schöll. Mit seiner Aufholjagd und harten – aber fairen – Fights konnte der Österreicher mit Platz 32 (P7 AM) nur noch Schadenbegrenzung machen. 

Unglücklicher Rennausgang im zweiten Lauf

Mit einer Packung Motivation startete das Team am späten Sonntagnachmittag ins zweite Rennen. Die Startpositionen 11 und 13 bildeten die perfekte Ausgangslage für ein punktereiches Ergebnis. Hendrik Still im #43 Porsche brillierte beim Start, machte rund sechs Positionen gut und fand sich in den wilden Schikanen neben seinem Konkurrenten Marc Basseng wieder. Im starken Gerangel wurde der 30-Jährige dabei in die Wiese gedrückt. Die Felge des Porsche war gebrochen und der Reifenschaden vorprogrammiert. Mit einer Runde Rückstand und einem Reifenwechsel während des Fahrerwechsels nahm Jan Kasperlik das Rennen wieder auf. Schnelle Rundenzeiten und geschickte Überholmanöver, bei dem der Teamchef fast ein Drittel des Feldes überholte, verhalfen ihm zu einem schadenbegrenzenden Endergebnis auf P28 (P9 PRO/AM).
Im Schwester-Porsche #42 zeigte der Youngster Nicolas Schöll seine Rennfahrer-Berufung. Schnelle Rundenzeiten, spannende Kämpfe und reichlich bedachte Überholmanöver katapultierten den 16-Jährigen auf Platz eins der AM-Wertung. Seine Konkurrenten hielt er gekonnt in Schacht und übergab als gesamt 14. an seinen Teamkollegen „Jo“ Bölting. Dieser kam im Gerangel zurück auf die Strecke und kämpfte fortan. Missachtung der Track-Limits brach dem Duo schlussendlich das Genick. Bölting musste zur Durchfahrtsstrafe antreten. Platz 23 gesamt (P5 AM) war das endgültige Resultat. 


Jan Kasperlik: „Vom Pech verfolgt“

Teamchef Jan Kasperlik resümierte am Ende des Rennwochenendes: „Was soll man groß dazu sagen? Ein Wochenende, bei dem wir vom Pech verfolgt wurden. Manchmal ist der Wurm einfach drin. Wir sind aber ein Team. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen. Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir schnell sind. Das nächste Mal müssen wir das in Ergebnisse umsetzen. Aber wir sind ein Team. Wir sind Allied Racing!“

Die GT4 European Series startet jetzt in die verdiente Sommerpause, ehe es Anfang September (01.-02.09.) zum Hungaroring nach Ungarn geht. 

Die nächsten Events für Allied Racing:  RaceCar Trackday am Hockenheimring am 4.8.2018/ StreetCar Trackday am Hockenheimring am 5.8.2018
Das nächste Rennen für Allied Racing: GT4 Central European Cup Slovakia-Ring am 17. bis 19.8.2018