Allied Racing erlebte beim GT4 Central Europe Cup am Slovakiaring vergangenes Wochenende eine Achterbahnfahrt. Während man am ersten Tag noch den Klassensieg feierte, musste man auch einige Tiefschläge wegstecken.

Ein Klassensieg, schnellste Rennrunden, ein Ausfall – diese drei Wörter umschreiben das vergangene GT4 Central Europe Cup Rennwochenende wohl am besten. Mit hohen Erwartungen war das bayerische Rennteam von Jan Kasperlik zum Auslandsrennen am Slovakiaring angereist. Im ersten Rennen konnte das Porsche-Duo Jan Kasperlik (39, Deutschland) / Csaba Mor (39, Ungarn) den Klassensieg des PRO-AM Cups feiern, während der Junior Nicolas Schöll (17, Österreich) einen Tag vorher mit der Pole Position überraschte. Teamkollege Rob Severs (30, Niederlande) konnte im Qualifying ebenfalls überzeugen. 

Allied Racing Junior auf Pole Position!

Die Trainings verliefen Anfang des Wochenendes sehr gut. Allied Racing Junior Nicolas Schöll spielte sich schnell auf die komplett neue Strecke ein und konnte erste Resultate erzielen, während sich sein Teamkollege Rob Severs noch etwas schwer tat. Auch Kasperlik / Mor waren mit den Tests zufrieden, zumal man mit alten Reifen unterwegs war.

Im Qualifying richteten sich die Augen auf den Jungspund Nicolas Schöll: Mit einem unvorstellbaren Speed sicherte sich der gerade mal 17-Jährige die Pole-Position für den ersten Lauf. Eine beachtliche Leistung für den Österreicher! Teamkollege Severs ergatterte Startplatz fünf für Rennen zwei. Die Resultate von Kasperlik / Mor: P6 und P2 für die beiden Läufe. 

Klassensieg im ersten Rennen

Als es ins erste Rennen ging, war der junge Schöll etwas übermotiviert, startete schnell und konnte sich direkt vom Feld absetzen. Leider war er beim Start zu schnell, was ihn aufgrund des Frühstarts eine Durchfahrtsstrafe kostete. Der Junior kam auf Rang zehn liegend zurück ins Rennen und zeigte eine Aufholjagd der Extra-Klasse. Als er an Teamkollege Rob Severs übergab, konnte dieser den grün/blauen Allied Racing Porsche als gesamt fünfter (P4 PRO AM Cup) über die Ziellinie bringen.

Grund zum Jubel dafür beim eingespielten Dreamteam Kasperlik / Mor. Kasperlik taktierte in der ersten Rennhälfte, da der Reifenverschleiß auf der rund 5,922 Kilometer langen Strecke ein großes Problem darstellte. Er fuhr einen komfortablen Vorsprung heraus, zog an KTM’s und Maserati vorbei. Als Csava Mor schließlich das Lenkrad übernahm, musste er zwar den Maserati wieder ziehenlassen, doch die KTM’s hielt er gekonnt in Schacht. Belohnt wurden die beiden Strategiefahrer mit dem Siegespokal des PRO-AM Klassements und dem gesamt zweiten Platz, der vom Team umjubelt wurde.

Unglückliches, zweites Rennen

Während man am Vortag noch den Klassensieg feierte, gab es für Kasperlik / Mor am Sonntag ein frühes Ende: Mor saß am Steuer des 385 PS Cayman GT4 beim Start von Platz zwei. Er kämpfte mit den Reifen, die noch nicht richtig warmgefahren waren und musste zwei KTM Kontrahenten ziehenlassen. Das ließ er nicht auf sich sitzen und setzte zum Überholen an. Unglücklicherweise gerieten die beiden Rennboliden aneinander und der 39-Jährige fand sich stehend im Kiesbett wieder. Nach nur wenigen Runden war das Rennen für Kasperlik / Mor damit gelaufen.

Auch beim Schwester Porsche mit Rob Revers hinterm Lenkrad, schepperte es beim Start. Eine leichte Berührung und der Niederländer kam sicherheitshalber zum Technik-Check an die Box. Nachdem die Allied Racing Crew grünes Zeichen gab, ging es zurück auf die Strecke. Doch der zusätzliche Stopp kostete viel Zeit. Nach dem Fahrerwechsel überzeugte Nicolas Schöll zwar mit den schnellsten Rennrunden, doch am Ende reichte es gerade mal für den gesamt elften Platz – P5 PRO AM Cup.

Teamchef Jan Kasperlik: „Versöhnliches Rennwochenende“

Eine Berg- und Talfahrt für die Bayern im GT4 Central Europe Cup. Teamchef Jan Kasperlik resümiert: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Über unseren Junior, Nic, haben wir uns sehr gefreut. Die Pole Position zeigt sein Talent. Die Motorsportwelt wird zukünftig große Augen machen! Leider kam dann die Durchfahrtsstrafe… Insgesamt muss man sagen: Die Pace war bei allen vier Fahrern sehr gut, wir waren schnell und konnten gut mithalten. Ich bin mir sicher, hätten wir nicht das ein oder andere Pecherlebnis gehabt, hätten wir einen Doppelsieg einfahren können.“

Keine Verschnaufpause für Allied Racing: Bereits in zwei Wochen geht es zum Hungaroring für den nächsten Lauf der GT4 European Series. Wer als Ersatzfahrer für Jo Bölting an den Start gehen wird, ist noch unklar. Auch Stammfahrer Hendrik Still, der zum zweiten Mal Vater wird, wird nicht mit von der Partie sein. Die beiden Ersatzfahrer werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.