Huglfing, 17.09.2018

Die Zielflagge ist gefallen und die GT4 European Series Saison 2018 ist Geschichte. Beim großen Finale auf dem Nürburgring konnte Allied Racing zusammen mit dem Junioren Nic Schöll zweimal die AM-Kategorie für sich behaupten. Dank der vollen Punktezahl am Wochenende wird der 17-Jährige Dritter des AM-Klassements. 

Das finale Rennwochenende der GT4 European Series hätte für Allied Racing kontroverser nicht sein können. Während der Junior Nic Schöll einmal die Pole Position holte und gleich zweimal den Siegespokal in die Höhe recken durfte, blieben Jan Kasperlik und Csaba Mor im Schwester Porsche vom Pech verfolgt. Zweimal wurden die Beiden von der Strecke gekegelt und verpassten das Podium nur knapp.
Für den Junioren waren die beiden Siege am Ende perfekt, denn damit sicherte er sich auch den Pokal des Gesamt-Dritten im AM-Klassements am Ende der Saison. 

Souveräne Pole Position für Nic Schöll 

Mit kleinen Anfangsproblemen startete die bayerische Motorsportmannschaft am Freitag in das finale Rennwochenende der GT4 European Series, die im Rahmen des Blancpain Sprint Cups ausgetragen wurde. Kasperlik / Mor kämpften mit Untersteuern. Schöll hingegen hatte technische Probleme am Porsche und konnte das zweite Training nicht bestreiten.

Nach fleißiger Arbeit der gesamten Crew konnten die größten Kinderkrankheiten jedoch gelöst werden und so startete man motiviert ins Qualifying. Prompt sicherte sich Nic Schöll die Pole Position des AM-Klassements und Platz zwei der Klasse für Rennen zwei. Eine Leistung. die erneut mit einer Certina Uhr belohnt wurde. Kasperlik fuhr den gesamt 24. Startplatz heraus. Csaba Mor erlangte die 33. Startposition für den Sonntagslauf. „Das Qualifying war leider nicht wirklich gut. Wir konnten den Reifen nicht optimal nutzen und zudem steckten wir deutlich im Verkehr, was eine freie Runde verhinderte“, erklärte sich Jan Kasperlik. 

Einmal Sieger, einmal Podium verfehlt

Der Start des ersten Rennens verlief trotz der 44 Rennboliden, die die lange Start-Gerade herunterbretterten, ruhig. Junior Nic Schöll, der von Gesamtrang sieben gestartet war und als bester Porsche in die erste Kurve ging, strauchelte. „Ich hatte am Anfang ein paar Berührungen, die mich einige Plätze kosteten“, erklärte er nach dem Rennen. Dann kam auch noch eine Durchfahrtsstrafe für den 17-Jährigen hinzu. Das alles ließ der junge Österreicher aber gedanklich hinter sich – konzentrierte sich aufs Rennen und wurde dafür als Sieger des AM-Klassements belohnt.

Auch Jan Kasperlik und Csaba Mor kämpften im Schwester Porsche um eine Podest-Platzierung. Jan fuhr einen brillianten Start-Stint, bei dem er sich schnell nach vorne arbeiten konnte. Auf Rang 13 übergab er das 385-PS-Geschoss an Teamkollegen Csaba Mor. Bis zur letzten Runde lag das Duo auf dem dritten Platz der PRO-AM Kategorie – bis Mor noch in der letzten Kurve unsanft von der Strecke gekegelt wurde. Als gesamt 22. schleppte er den Allied Racing Porsche über die Ziellinie. 

Der Doppelsieg im zweiten Rennen perfekt

Am Sonntag hieß es zum letzten Mal für die Fahrer der GT4 European Series: „Gentlemen, starten Sie die Motoren!“ Mit lautem Getöse ging es in die erste Kurve, wenig später krachte es bereits. Doch sowohl Schöll als auch Mor konnten sich souverän aus den Startkapriolen heraushalten.
Nach der anfänglichen Safety-Car Phase hagelte es die ersten Strafen. Auch Nic Schöll, der im gelben Sektor zu schnell unterwegs war, musste zur Durchfahrtsstrafe antreten. Das verdrießte den 17-Jährigen jedoch nicht, sondern spornte noch mehr an. Später war man auch beim Boxenstopp zu schnell. Ein Problem für den Junioren? Weit gefehlt! Bis Auf Rang 20 boxte er sich vor und sicherte sich erneut den Pokal als siegreicher Amateur-Fahrer.

Ein weiterer Fluch lastete auf Csaba Mor und Jan Kasperlik. Csaba hatte einen verhaltenen Start und hielt sich aus dem größten Starttumult sauber raus. Später versuchten die Piloten zu viert durch die Kurve zu gehen. Der 39-Jährige war der Leidtragende der Situation, als er unsanft von der Strecke gekegelt wurde. Der Porsche Cayman wurde dabei in Mitleidenschaft gezogen und war so gut wie unfahrbar. „Ich musste auf der Geraden dauernd gegenlenken, damit das Ding geradeaus fährt“, beschrieb Kasperlik das Verhalten. Das Rennen ging zwar weiter – am Ende reichte es jedoch lediglich für Platz 31. 

Nic Schöll wird Dritter der GT4 European Series Amateur-Wertung

Mit den beiden Siegen der Amateur-Wertung gelang es Nic Schöll nicht nur das Resultat vom letzten Rennwochenende auf dem Hungaroring zu wiederholen, sondern zudem auch noch wichtige Punkte für die Meisterschaft zu sammeln. Jetzt darf sich Schöll stolzer Dritter des AM-Klassements nennen. „Ich hatte ein super Wochenende! Das Auto lief einwandfrei und das gesamte Team hat einen perfekten Job gemacht. Danke dafür!“

Teamchef Jan Kasperlik zieht beim Saisonfinale ein erstes Resümee: „Auf Nic sind wir wahnsinnig stolz! Viermal hintereinander konnte er jetzt den Sieg nach Hause fahren. Das ist eine beachtliche Leistung. Besonders stolz sind wir natürlich, weil es unsere Handschrift ist: Wir haben ihm so viel beigebracht, dass er sich in dieser kurzen Zeit sehr schnell entwickeln konnte. Er hat zwar auch einige Fehler am Wochenende gemacht aber im Grunde war es sehr gut! Für mich war die gesamte Saison natürlich durchwachsen. Immer wieder Pech, unverschuldete Kollisionen. Umso mehr freut es mich, dass Nic Dritter der AM-Wertung werden konnte.“

Die GT4 European Series ist für diese Saison beendet. Für Allied Racing war es das aber noch lange nicht: Der nächste Lauf wird der GT4 Sprint Lauf im Rahmen des DTM Finales Mitte Oktober (12.-14.10.) sein.